Bialobloty

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Der Ort Bialobloty gehört zur Gemeinde Grodziec, welche wiederum bis vor wenigen Jahren in der Wojewodschaft Konin lag. Polen war aufgeteilt in 49 Provinzen, die Wojewodschaften. Vor wenigen Jahren wurde ihre Zahl auf 16 verringert, Bialobloty liegt nun in der Wojewodschaft Wielkopolskie.

 

Er wurde 1787 vom Adelnauer Starosten (wahrscheinlich ein polnischer Adelstitel)
F. Stadnicki " gegründet "durch Ansiedlung deutscher evangelischer Kolonisten".

Zu dieser Zeit war Polen zwar ein eigenständiger Staat mit einem König, Stanislaw August Poniatowaski, doch es war wirtschaftlich schwach und stand stark unter dem Einfluß von Österreich, Rußland und Preußen. Die Gemeinde Grodziec gehörte zum russischen Einheitsbereich und wurde daher praktisch von der damaligen russischen Kaiserin Katharina der Großen "regiert".

Diese bemühte sich sehr, ausländische Kolonisten in ihren Einflußbereich zu holen, um die Erschließung des Landes voranzutreiben.

 

Katharina ließ den Polen nicht viele Freiheiten, Reformversuche wurden von ihr stark unterdrückt.

Der dadurch wachsende Unmut der Polen war Katharina ein Dorn im Auge, außerdem waren Österreich und Preußen durch ihre wachsende Stärke beunruhigt, daher kam es am Ende des 18. Jahrhunderts zu den drei Teilungen Polens, nach denen der Staat Polen aufhörte zu existieren.

Durch die zweite Teilung im Jahre 1793 fällt Bialobloty an Preußen., das damals von Friedrich Wilhelm III. regiert wurde.

In dieser Zeit, im Jahr 1797 wurde die evangelische Gemeinde in Grodziec gebildet. Vorher wurden die Siedlungen von einer anderen Gemeinde (Wladyslawow) aus religiös bedient.

Die erste Kirche in Grodziec wurde sechs Jahre später, 1803, gebaut. Es war eine "bescheidene und kleine" Kirche mit dem Namen St.-Petri-und-Pauli-Kirche.

 

Die bestehenden politischen Verhältnisse sollten nicht lange andauern, denn Napoleon machte sich von Frankreich auf, weite Teile Europas zu erobern. Im Zuge dessen wurde der preußische und österreichische Teil des früheren Polens 1807 zum Großherzogtum Warschau. Napoleon gab diesem Gebiet zwar eine eigene Verfassung, Verwaltung und Armee, aber es blieb natürlich unter der Herrschaft Frankreichs.

 

Auch Napoleons Herrschaft währte nicht lange, er wurde zuerst in Rußland geschlagen, dann in der Völkerschlacht in Leipzig. Schließlich nach der ersten Verbannung und Rückkehr die endgültige Niederlage in Waterloo im Jahr 1815. Darauf wird im Wiener Kongreß Europa neu geordnet.

Das Großherzogtum Warschau fiel wieder an Rußland unter dem Namen Königreich Polen (auch Kongreßpolen). Das Königreich ist zwar Gebiet der russischen Zaren, hat aber eine eigene moderne Verfassung.

Doch schon 1830 nach vergeblichen Aufstandsversuche der Polen wird die Verfassung durch den Zaren außer Kraft gesetzt, und nach dem Januaraufstand von 1862/63 lösen die Russen das Königreich Polen endgültig auf und versuchen, den Polen die russische Lebensweise aufzuzwingen (ab 1868 Kirchenbücher in russischer Sprache).

 

Bis zum ersten Weltkrieg gehört nun das frühere Königreich Polen zum Kaiserreich Rußland, im Krieg ist die Gegend um Bialobloty umkämpftes Gebiet.

Nach dem Krieg wird die Republik Polen ausgerufen, die deutsche Minderheit wird unterdrückt. Bialobloty hatte 1921 insgesamt 1019 Einwohner, davon 560 deutsch und 459 polnisch.

Im zweiten Weltkrieg wird erst der Westteil Polens, später der ganze Staat von den Deutschen erobert. Bei der sich allmählich abzeichnenden Niederlage der Deutschen flieht die deutsche Minderheit größtenteils aus Polen, nach Ende des Krieges entsteht die Republik Polen, die übrigen Deutschen werden ausgewiesen.

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Stand / Last Update :07. Januar 2002